PICKUPS // PLATTEN

Ich liebe Flohmärkte. Sonntags früh aufstehen und mit Kaffee in der Hand nach Sachen Ausschau halten, von denen man bisher nicht wusste, dass man sie haben möchte, wirkt eine nicht unerhebliche Anziehungskraft auf mich aus. Da ich ein bisschen mehr eigenen Content unterbringen will und sich in letzter Zeit „Thrifting“ einer gewissen Popularität, vor allem auf Youtube, erfreut, dachte ich, es könnte nicht schaden ein wenig meine Funde zu dokumentieren. So.

Letzten Freitag war ich am Vormittag auf einem kleinen Parkfest, nachdem ich zuvor online gelesen hatte, dass dort jemand seine Plattensammlung auflöst. In der Regel wissen diese Leute natürlich was ihre Platten ca. Wert sind und im Gegensatz zu Dachbodenfunden kann man meist nicht davon ausgehen, dass man die LPs für 50 Cent das Stück bekommt. Der nette Herr hat aber entgegen meiner Erwartung mehr als faire Preise veranschlagt und ich konnte entsprechend zugreifen. Danke dafür.

PICKUPS

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Zuerst konnte ich die Pink Floyd Kollektion ein wenig erweitern. Das 1970er Album „Atom Heart Mother“ fehlte mir noch, keine Seltenheit, aber eine fantastische Platte. Die „Relics“ Compilation ist eine Zusammenstellung früher Pink Floyd Nummern, darunter einige die noch nicht auf Alben erschienen waren, wie die ersten Singles mit Syd Barrett „Arnold Layne“ und „See Emily Play„. Das Cover wurde von Nick Mason selbst gezeichnet.

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Kraftwerks Mensch-Maschine, günstig, keine Frage. Von Bo Hanssons Konzeptalbum zu Herr der Ringe hatte ich wiederum noch nichts gehört. Das Album erschien 1970 in Schweden (1972 international) und ist eine instrumentale Psychedelic/Progressiv-Rock Behandlung des Stoffs.

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Zwei Platten, die ich nur wegen ihrer Cover gekauft habe sind Randy VanWarmers „Terraform“ und „Now & Then“ von den Carpenters. Mit letzteren kann ich ja so gar nichts anfangen, aber das Triple-Fold-Cover ist fabulös. VanWarmer ist klassischer Soft-Rock aus den frühen 80ern, der mich zeitweise an die späten Fleetwood Mac erinnert. Aber ich mag einfach Astronauten. Ein paar Jahre zuvor hatte ich „Tomorrows Pantomime“ von Decameron nur wegen des Covers aufgegriffen, und es ist ein sensationelles Album. VanWarmer war übrigens insgesamt großer Weltraum-Enthusiast, in diesem Sinne wurde seine Asche 2007 mit in den Weltraum geschossen,

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Icehouse sind ungefähr so 80ies wie man nur 80ies sein kann. Artwork, Videos, Outfits, Frisuren und natürlich Sound, alles irgendwie unterkühlt, artsy und pastell. Den Song „Icehouse“ kannte ich zuvor, dieser ist natürlich auf dem Album Icehouse von Icehouse enthalten. Sehr Synthie-Gothic-Pop ist das und entsprechend kitschig, aber ich mag das ja irgendwie.

„Rockin‘ Hammond“ von Milt Buckner war dann ein bisschen mein Highlight. Ich war schon seit einer Weile auf der Suche nach einer Buckner Platte auf der „The Beast“ enthalten ist, was ja mal ungefähr die over-the-top coolste Nummer ist, die jemals das Licht der Welt erblickte. Die Platte umfasst ganz insgesamt eine fantastische Sammlung von Buckners Hammond-Orgel Eskapaden. Es ist wundervoll.

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Aus der Jazz/Klassik Kiste hab ich dann noch 3 weitere Platten gezogen. Chopin gespielt von Eugen Cicero, der ähnlich wie Jacques Loussier für seine soliden Jazz Interpretationen bekannt war. Tadao Hayashi arbeitet sich auf Lyra an der Harfe da eher durch Jazz Klassiker von Cole Porter bis Count Basie, in der Tracklist findet sich aber auch eine tolle Interpretation von Debussys Clair de Lune. Joe Pass‘ Portraits of Duke Ellington ist eine Entspannungsgranate, die Stücke wie „Satin Doll“, „I Got It Bad“ und „Solitude“ erfolgreich und smooth auf die Jazzgitarre transformiert. Und ich liebe das Artwork.

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Ich hab noch knapp 10 weitere Platten abgegriffen, darunter eine Star-Collection Kompilation von Vanilla Fudge, die original Alben wären mir natürlich lieber, da habe ich bisher lediglich „Renaissance“ in der Sammlung, aber die Zusammenstellung ist trotzdem der Hammer. Ferner den Soundtrack zu NoveCento (1900) vom allzeit sensationellen Ennio Morricone, „Back To The Egg“, das letzte Album von Paul McCartney & Wings. „Of A Simple Man von Lobo und noch eine Handvoll mehr.  

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